Geografieunterricht mitten in der Großstadt

Grund- und Leistungskurs Geografie erkunden Düsseldorfs Wandel

Am 2. Juli 2026 führten die beiden Oberstufenkurse Geografie der Q1, der Leistungskurs von Herrn Schmidt sowie der Grundkurs von Herrn Wiede, eine gemeinsame Stadtexkursion durch Düsseldorf durch. Im Mittelpunkt der Exkursion stand die Auseinandersetzung mit den Themenfeldern „Historische und aktuelle Stadtentwicklung“ sowie „Sozio-ökonomische Strukturen“ anhand ausgewählter, kontrastierender Stadtteile: Oberbilk, Oberkassel, Flingern und des japanisch geprägten Viertels „Little Tokyo“ im Bereich der Immermannstraße.

Ziel der Exkursion war es, den Schülerinnen und Schülern exemplarisch zu verdeutlichen, wie sich historische Entwicklungspfade (Industrialisierung, Deindustrialisierung, Migration, Stadtplanung) bis in die Gegenwart auf die sozio-ökonomische Struktur eines Stadtteils auswirken. Durch die arbeitsteilige Untersuchung der vier Stadtteile im Vergleich sollten Disparitäten innerhalb der Stadt Düsseldorf sichtbar gemacht und geographische Analysekompetenzen (Kartierung, Befragung, Statistikinterpretation) angebahnt werden. Die vier Stadtteile wurden bewusst so ausgewählt, dass sie unterschiedliche Entwicklungstypen innerstädtischer Räume repräsentieren: ein ehemaliges Arbeiter- und Industrieviertel im Strukturwandel (Oberbilk), ein etabliertes, einkommensstarkes Villen- und Gründerzeitviertel (Oberkassel), ein Arbeiterviertel mit ausgeprägtem Gentrifizierungsprozess (Flingern) sowie ein migrantisch-wirtschaftlich geprägtes Spezialviertel internationaler Prägung (Little Tokyo). Die Untersuchung erfolgte arbeitsteilig entsprechend dem unterschiedlichen Anforderungsniveau der beiden Kurse. Der Grundkurs erarbeitete für jeden der vier Stadtteile die historische Entwicklung von der ländlich-dörflichen Ausgangslage über die Industrialisierung bzw. Stadterweiterung bis zu den heutigen städtebaulichen Spuren. Methodisch wurden dazu historische Kartenvergleiche, die Auswertung von Gebäudebestand und Straßennamen sowie kurze Vor-Ort-Beobachtungen zur erhaltenen Bausubstanz (Gründerzeitfassaden, ehemalige Industrieanlagen, Denkmäler) genutzt.

Der Leistungskurs untersuchte zusätzlich auf Grundlage amtlicher Statistiken sowie eigener Kartierungen vor Ort und Befragungen Indikatoren wie Bevölkerungsdichte, Altersstruktur, Ausländer- bzw. Migrationsanteil, Arbeitslosenquote, Haushaltsstruktur, Mietpreisniveau und Einzelhandelsbesatz. Ergänzend wurden Beobachtungen zur Nutzungsstruktur (Wohnen, Gewerbe, Gastronomie, Leerstand) sowie zu sichtbaren Gentrifizierungsmerkmalen dokumentiert.

Die Ergebnisse wurden in unterschiedlichen Präsentationsformen, z. B. in Form von Flyern, Videos oder Blogeinträgen, festgehalten und anschließend gemeinsam gesichtet, ausgewertet und diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass die Exkursion den Schülerinnen und Schülern anschaulich vermittelt hat, wie sich historische Entwicklungslinien einer Stadt unmittelbar in ihrer heutigen sozio-ökonomischen Struktur widerspiegeln. Die arbeitsteilige Untersuchung durch Grundkurs (historische Perspektive) und Leistungskurs (sozio-ökonomische Perspektive) ermöglichte eine mehrperspektivische Betrachtung derselben Stadtteile und förderte so den fachlichen Austausch zwischen den beiden Kursen bei der gemeinsamen Ergebnispräsentation vor Ort.

Steffen Schmidt

 


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