Dem Strukturwandel im Ruhrgebiet auf der Spur

Geographieunterricht vor Ort

Am 12.12. besuchten die Erdkunde-Grundkurse sowie der Leistungskurs der Q1 die Zeche Zollverein in Essen und daran anschließend das Centro Oberhausen mit dem Gasometer. Ziel der Exkursion war es, einen Einblick in den Bergbau im Ruhrgebiet zu erhalten und vor allem den bis heute anhaltenden Strukturwandel in der Region anhand eines realen Beispiels besser zu verstehen.

Wir wurden in kleine Gruppen aufgeteilt und von freundlichen und kompetenten Guides über das Gelände und durch die verschiedenen Gebäude der Zeche geführt. Anhand von Werkzeugen, technischen Anlagen sowie Miniaturnachbauten wurde uns vieles gezeigt und erklärt, sodass wir uns die Arbeit unter und über Tage gut vorstellen konnten.

Darüber hinaus spielte auch das Leben der Bergleute eine große Rolle. Wir konnten schwere Werkzeuge ausprobieren und Audioaufnahmen der Lautstärke beim Kohletransport hören, was die harten Arbeitsbedingungen und die tägliche körperliche Belastung für uns greifbarer machte. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig der Bergbau für die Identität des Ruhrgebiets und seiner Bewohner war und ist.

Außerdem wurde ausführlich auf den Strukturwandel im Ruhrgebiet eingegangen. Nach dem Ende des Steinkohlebergbaus musste sich die Region wirtschaftlich neu ausrichten. Anhand der Zeche Zollverein erklärten die Guides, wie ehemalige Industrieanlagen heute neu genutzt werden und welche Rolle Kultur, Tourismus und moderne Arbeitsplätze dabei spielen. So wurde deutlich, wie sich der Wandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungs- und Kulturregion vollzogen hat.

Besonders interessant war unser zweiter Exkursionsstopp in Oberhausen-Neue Mitte. Hier bot sich die Möglichkeit, ein modernes Entwicklungsprojekt zu betrachten und zu überprüfen, inwiefern das Centro als gelungenes Projekt des Strukturwandels zu beurteilen ist. Das Ergebnis war eindeutig und passt zu unseren Ergebnissen aus dem Unterricht: Das Centro eignet sich sehr gut für Touristen. Für die einheimischen, alteingesessenen Oberhausener, die innenstadtnah leben, ergeben sich zwar Arbeitsmöglichkeiten, jedoch überwiegt die negative Folge der Ansiedlung – das Ausbluten der Innenstadt.

Insgesamt war die Exkursion sehr informativ und abwechslungsreich. Durch die anschaulichen Erklärungen der Guides konnten wir die Inhalte aus dem Erdkundeunterricht besser verstehen und erhielten einen realistischen Eindruck vom Bergbau und insbesondere vom Strukturwandel im Ruhrgebiet.

S. Schmidt/K. Wiede

 


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