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Nobelpreisträger und Übersetzer

Chinesischer Literaturprofessor besucht den Deutschunterricht des SGS

ct. Der chinesische Literaturprofessor Han Ruixiang ist noch bis Ende Novemberals „Translator in Residence“ im EÜK (Europäisches Übersetzer-KollegiumStraelen) in der Kuhstraße. Gerne folgte er jetzt der Einladung von Frau Dr. Terhorst im Namen der Schule, am 12. November 2019 Schüler und Schülerinnen der Q2 im Grundkurs zu besuchen und über seine Arbeit als Übersetzer und Germanist in China zu erzählen.

Aktuell übersetze er, so Han, in seiner Zeit in Straelen den neuen Roman „Herkunft“ von Sasa Stanisic, dem Gewinner des Deutschen Buchpreises 2019. Auch mit dem zweiten deutschsprachigen Preisträger des Jahres, Peter Handke, Gewinner des diesjährigen Nobelpreises für Literatur hat er sich bereits intensiv beschäftigt; so liegen in China 27 Übersetzungen seiner Werke in drei Sammelbänden  vor, wegen steigender aktueller Nachfrage werde jetzt eine Neuauflage gedruckt. Es habe in der Vergangenheit viele schlechte Übersetzungen in China gegeben, also habe er sich über Jahre einen Stamm von ca. 20 Übersetzern herangebildet, die inzwischen qualitativ gute Übersetzungen erstellten. Eine seiner Studentinnen habe z.B. Judith Hermanns Erzählband „Sommerhaus später“ übersetzt, Abiturthema in Deutsch NRW; diese Erzählungen seien in China sehr beliebt. „Übersetzung ist keine Kopie“, sagt Han,“ sie ist immer eine Umschreibung des Originals!“ Vielfach trete er in Kontakt mit dem Autor, frage nach, suche nach Erklärungen. So habe er Stanisic befragt, was „Zwiebeln und Keime“ bedeute. Manchmal bekomme er auch die Antwort: “Vertrauen Sie einfach Ihrem Instinkt“. Gefragt, wie lange er denn für eine Romanübersetzung brauche, meinte Han: „Im Falle Stanisics von März bis November“.  Er lese viel und gerne, übersetzt habe er u.a. auch Grass, Thomas Mann, Goethe, Heine und Hermann Hesse.

Deutsch als Schulfach sei inzwischen in vielen Mittelschulen Chinas eingeführt; einerseits, um Vorurteile abzubauen, andererseits aber auch wegen der guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. „Drei Monate könnten doch lange sein“, meinte Renee (Q2). „Ja“, bestätigte Han, er sehe das auch so und habe seine Frau mit nach Straelen genommen. Er selbst sei bereits zum dritten Mal hier.

Gerne kam er der Bitte von Frau Hoßbach, der Schulleiterin, nach, sich ins Gästebuch der Schule einzutragen.