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Auf Spurensuche

Ein-Blicke in die Straelener Stadtgeschichte

Nichts ist interessanter als sich mit der Geschichte zu beschäftigen, die einen umgibt. Das dachte sich auch Frau Huckewitz und nutzte mit ihren 9. Klassen sowie den Oberstufenkursen in diesem Schuljahr intensiv das Stadtarchiv als außerschulischen Lernort. Frau Kurfürst - die Leiterin des Stadtarchivs Straelen - plante und organisierte anschauliche Diavorträge sowie Workshops und gab unseren Schülern damit die Möglichkeit, ihre Heimatstadt einmal mit anderen Augen sowie im Wandel der Zeit zu sehen.

Gleich zum Schuljahresbeginn ging es los - der Grundkurs Q1 setzte sich mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts und daher mit dem Einfluss Napoleons am Niederrhein auseinander. Die Louisenburger/Heronger kennen sicherlich die nicht fertig gestellte Schleuse und auch die Fossa Eugeniana ist hier jedem ein Begriff. Vergessen darf man auch nicht die Geschichte um die Straelener Glocke, die damals eingeschmolzen werden sollte, aber glücklicherweise verschont blieb und so heute noch bei Beerdigungen mit ihrem tiefen Klang zu hören ist. Der Zusatzkurs Geschichte Q2 und der Grundkurs Q1 durften sich außerdem intensiv mit dem Ersten Weltkrieg auseinander setzen und im Stadtarchiv originale Feldpostkarten untersuchen. Das war gar nicht so einfach - denn bei der altdeutschen Handschrift muss manchmal richtig geknobelt werden, um zu erfahren, was die Soldaten ihren Liebesten zu Hause geschrieben haben. Viele bekannte Straelener Familiennamen fanden sich hier wieder und die Schüler waren über den Inhalt der Karten durchaus überrascht; denn die Bedeutung der Zensur wird in der Post von der Kriegsfront sehr deutlich. Es darf auch nicht vergessen werden, dass es am Ende dieses Krieges der Straelener Johann Giesberts (seinerzeit erster deutscher Postminister) war, der den Friedensvertrag im Schloss Versailles unterzeichnet hat.

Die 9. Klassen sowie der Grundkurs Q1 konnten einem eindrucksvollen Vortrag von Frau Kurfürst folgen, der - mit vielen Dias unterstützt - einen Einblick ins Zeitalter der Industriealisierung gab. Zum Beispiel stand an der Stelle, wo sich heute Kaufland befindet, einst die Schuhfabrik Tauwel und "El Paso" war das damals dazugehörige Herrenhaus. Ebenfalls konnten sich die Schüler mit eigenen Augen überzeugen, dass es in Straelen vor vielen Jahren einen Bahnhof gab und es wahrhaft möglich war, von hier direkt nach Paris oder Hamburg zu reisen. Fehlen durfte natürlich auch nicht der Bericht des "Feurige Elias", der die Schule in Auwel-Holt zum Brennen brachte.

Als das Thema der Menschenrechte im Wandel der Zeit auf dem Lehrplan des Grundkurses der Einführungsphase stand, organisierte die Schülerin Gesa Hauf in Eigeninitiative einen sehr ausführlichen sowie anschaulichen Vortrag zur "Hexenverfolgung am Niederrhein" im Stadtarchiv und konnte uns so einen Einblick in das Zeitalter des dunklen Mittelalters geben. Abgerundet wurde das Schuljahr mit der Unterstützung Frau Kurfürsts zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Mit Hilfe eines Workshops bereitete sie das Thema "Gott und die Welt. Religion macht Geschichte" ansprechend auf und gab damit den Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 sowie den Grundkursen Q1 und Q2 sowie dem Zusatzkurs Q2 eingehende Impulse, sich mit der regionalen Geschichte auseinander zu setzen. Darüber hinaus unterstützte sie die Gruppen auch bei der Quellenrecherche zu ihren jeweiligen Beiträgen. Gerne möchte die Fachschaft Geschichte auch im kommenden Schuljahr intensiv das Stadtarchiv als außerschulischen Lernort nutzen, um so das Interesse der Schülerinnen und Schüler zu wecken, sich mit der Geschichte ihrer Heimat auseinander zu setzen.                                                                                          

(Julia Huckewitz)